Ein heterogener Spieler
15.12.2009 - Ausgabe 12/2009 - von
No risk, no fun – so lautet der bekannte Leitspruch der global verstreuten Klettergemeinde. Doch der Leitspruch der Vertikalakrobaten könnte berechtigterweise auch auf die Wirtschaft übertragen werden. Die deto Gruppe rund um ihren Gründer Alfred della Torre ist hierfür der Beleg. No risk, no fun.
Die Autobranche und mit ihr die Zulieferfirmen stöhnen laut unter der Last des Absatzeinbruchs. Unmöglich, so denkt man, dass ein Unternehmen das in dieser Branche tätig ist, gegenwärtig rosige Zeiten durchlebt. Doch man kann sich täuschen: Die detomechatronic, unter anderem Autozulieferer, verzeichnet sogar in dieser Branche Zuwächse, starke Zuwächse.
Zurückzuführen ist dieser Erfolg unter anderem auf ein System mit dem Namen Wireless Energy and Data kurz WED. Mit dem Modul ist es erstmals möglich geworden, schnell rotierende Radlager auf deren Qualität zu prüfen. „Für Automobilkonzerne im Besonderen jene der Premiumklasse ist es wichtig, beste und geprüfte Qualität einzusetzen. Bislang war aber die Qualitätsprüfung bei zugekauften Komponenten wie eben Radlagern oft unmöglich oder sehr teuer. Mit dem von uns entwickelten Modul WED haben wir die Lösung für dieses Problem geschaffen“, sagt Stefan Potocnik, Geschäftsführer der detomechatronic. Das WED basiert auf der bidirektionalen Datenkommunikation, die eine sehr hohe Übertragungsrate und einen dauerhaften kontinuierlichen Messvorgang garantiert. Dadurch ist es möglich, Einzelstücke an verschiedenen Orten nach einem einheitlichen Standard einfach zu prüfen. „Etliche Hersteller sind an uns herangetreten, da sie dieses System in ihren Zulieferfirmen einsetzen wollen“, so Potocnik weiter.
Speziell in der gegenwärtigen Situation, so der Geschäftsführer, zeigt sich wie wichtig es ist, in die Zukunft zu investieren beziehungsweise die Technik laufend weiter zu entwickeln.

Den Baum sehen. Ein anderes Beispiel aus der Branche stellt ein von der detomechatronic entwickeltes System zur Prüfung von Kabelbäumen dar. Kabelbäume gehören zu den teuersten Hauptkomponenten eines Fahrzeuges und gewinnen aufgrund der Zunahme der elektronischen Features und individuellen Ausrüstungen in modernen Kraftfahrzeugen zunehmend an Bedeutung. „Das Problem daran ist, dass die Bündelungen der einzelnen Leitungen und deren Platzierung in verschiedenen Arbeitsschritten vor sich gehen. Dabei kann die Prüfung logischerweise nur kabellos erfolgen. Unglaublicherweise gab es aber bisher kein System, das das konnte. Wir haben nun auf Basis der Telemetrie ein solches System entwickelt“, so Potocnik. Namhafte Hersteller wie der Großkonzern Dräxlmaier haben die Innovation sofort im Unternehmen implementiert. „Ist ein Kabelbaum aufgrund eines Produktionsfehlers nicht in ein Fahrzeug oder gar eine Modellreihe integrierbar, so treten für den Lieferanten enorme Mehrkosten auf. Mit unserem System kann dieses Problem ausgeschlossen werden“, sagt Potocnik.

Breites Portfolio. Doch die detomechatronic ist nicht nur auf den Automobilbereich fokussiert. „Das würde unserer Geschäftsphilosophie widersprechen, die auch auf den Prinzipien der Stabilität und Unabhängigkeit fußt“, so Potocnik. Neben den Lösungen für die Automobilbranche reicht die Produktpalette von der Entwicklung eines modernen Fahrradverleihsystems über die Umsetzung einer neuartigen Butterpresse bis hin zum vollautomatischen Schneidesystem. „Die Produkte die wir in den Bereichen Antriebssteuerung, RFID-Systeme, Ortungs- und Navigations- sowie optische Systeme bis hin zu jeder Art der nonverbalen Kommunikation entwickeln, sind branchenunabhängig und somit flexibel einsetzbar“, so Potocnik. Für Mitfinancier Alfred della Torre nehmen die detomechatronic und detoelectronic eine Vorbildfunktion ein: „Die Performance der beiden Unternehmen ist perfekt. Auf intelligente Art und Weise werden Entwicklungen in völlig unterschiedlichen Branchen erfolgreich in Produktionsprozesse oder beispielsweise in das Qualitätsmanagement integriert.“

Partnernetzwerk. Die Herstellung der Produkte erfolgt bei detomechatronic in der Zentrale in Kufstein. „Wir entwickeln das Produkt und fertigen die Prototypen. Die weitere Produktion der einzelnen Komponenten wird dann an ein Partnernetzwerk vergeben. Die Endmontage und Prüfung erfolgt wieder direkt im Haus“, so Potocnik.




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