Gemeinsame Kraftanstrengung
15.10.2009 - Ausgabe 10/2009 - von Mag. Katharina Ötzbrugger
Keine Entspannung am Arbeitsmarkt in Sicht. Die Arbeitslosenquote in Tirol wird weiterhin steigen. Nach aktuellen Prognosen ist auch im Jahr 2010 mit keiner Besserung zu rechnen. Mit neuen Programmen will man der Arbeitslosigkeit ein Stück entgegensteuern.
Obwohl die Wirtschaft steigt, gibt es noch keinen Grund für eine Jubelstimmung“, so der Landeshauptmann Günther Platter auf der Pressekonferenz vom 28. September. Mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt kann auch in nächster Zeit nicht gerechnet werden.

Aktuelle Zahlen, düstere Prognosen und Neues im Programm. Im Bundesländervergleich liegt Tirol mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent zwar an dritter Stelle, aber es gibt keinen Anlass, die Arme zu verschränken und sich auszuruhen. Auch in Tirol ist das Ansteigen der Arbeitslosenzahl im Moment unaufhaltsam. Mit Ende des heurigen Jahres rechnen die Experten mit einer Zahl von 21.400 vorgemerkten Arbeitslosen. Im Jahr 2010 wird diese Zahl auf 23.000 klettern. Von dem Anstieg und den Auswirkungen betroffen sind vor allem die Schwächsten der Schwachen. In diesem Fall sind es die Langzeitarbeitslosen und die Gruppe der jungen  Menschen bis 25 Jahren. Hier wird angesetzt und hier sollen die neuen Programme greifen.
Gestartet wurden bis dato Initiativen wie die Sanierungsoffensive, die Wirtschaftsförderung, die Landesarbeitsstiftung und die Winterbauoffensive etc.. Nun starten ein Sonderprogramm für Tiroler Jugendliche mit insgesamt 393 Plätzen und einem Budgetvolumen von zwei Millionen Euro und das „Gemeindenahe Beschäftigungsprogramm“, das für 250 Personen Arbeit bringen soll.

Das gemeindenahe Beschäftigungsprogramm und der Technologie-Check. Das Ziel des gemeindenahen Beschäftigungsprogramms ist es, dass Langzeitarbeitslose, das sind Personen, die seit mindestens einem halben Jahr am AMS arbeitslos vorgemerkt sind, eine Arbeit erhalten. Mit derzeitigem Stand werden in Tirol 2.354 Personen verzeichnet, die seit einem halben Jahr arbeitslos sind, und weitere 549 Personen die seit einem Jahr keine Beschäftigung finden. „Bei der Gruppe der Langzeitarbeitlosen allgemein kam es im Vorjahresvergleich zu einem Anstieg von 80 Prozent“, weist Anton Kern, Geschäftsführer des AMS Tirol, auf die dramatischen Zahlen hin. Mit diesem gemeindenahen Beschäftigungsprogramm werden Möglichkeiten geschaffen, dass Langzeitarbeitslose entweder bei einer Gemeinde, einer gemeindenahen Einrichtung oder einer Sozialorganisation, für den Arbeitgeber unter günstigen Bedingungen einen Job erhalten. Im Rahmen dieses Projektes werden für ein Jahr die Kosten zu 80 Prozent von Land Tirol und dem AMS Tirol übernommen. Für eine Zusage zu einer nachfolgenden Anstellung besteht keine Pflicht. Von Anfang an mit dabei war der Tiroler Gemeindeverband. Der Präsident und Bürgermeister Ernst Schöpf dazu: „Wer, wenn nicht wir, sollten solche Aktionen unterstützen.“ Georg Schärmer, der Direktor der Caritas, freut sich über solche sozialpolitischen Impulse. Er sieht es als „Chance für die Betroffenen und als Chance für den Arbeitgeber, die eine oder andere Aufgabe zu erledigen, die liegen geblieben ist.“ Und mit dem Technologie-Ausbildungscheck werden Mechatronik-affine Ausbildungen mit je 2.000 Euro gefördert. Start ist im Frühjahr 2010.




Sind Sie für eine Regulierung des Finanzmarktes durch staatliche Einrichtungen?


 
 


ANZEIGE