15.02.2010 - Ausgabe 1/2010 - von Mag. Katharina Ötzbrugger
In Anlehnung an das Salzburger Ausstellungscenter entstand in Innsbruck im Jahr 1997 das ACT, das im Jahr 2004 in ABC – Ausstellungs- und Bildungscenter Tirol umgewandelt wurde. Es bietet Platz für Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen jeglicher Art, aber auch Seminare, Schulungen und Vorträge. Mitbegründer war der Verband Reisender Kaufleute VRKT.
Bis in die siebziger, achtziger Jahre gab es für reisende Kaufleute in Tirol nur eine einzige Möglichkeit, ihre Waren zu präsentieren, nämlich in den Eingangshallen und weiteren Räumlichkeiten der heimischen Hotels. Im Laufe der Zeit hat sich das geändert. Später hinaus konnten die Handelsvertreter ihre Präsentationswaren auch im Kongresshaus Innsbruck ausstellen, jedoch nur im eingeschränkten Maße. Der Gedanke, ein für reisende Kaufleute eigenes Ausstellungscenter zu schaffen, entstand bei der Gründung des VRKT (Verband Reisender Kaufleute Tirol) im Jahr 1957 und wurde immer konkreter, berichtet Hubert Huber, einer der Gründer des VRKTs und noch aktives Mitglied, im Gespräch mit wia.
Im Jahr 1997 war es dann so weit. In Anlehnung an das in Salzburg im Jahr 1981 gegründete Textil- und Modegroßhandels Center MGC entstand erstmals in Innsbruck ein Ausstellungs- und Bildungscenter, das ACT, das heutige ABC. Neben dem VRKT haben sich weitere sechs, sieben Gesellschafter, Privatpersonen und Unternehmen, an dem Projekt mit 52 Prozent beteiligt.
Das Ausstellungscenter ABC Tirol. Als in der Valiergasse in den neunziger Jahren auf Nummer 58 ein Gebäude errichtet wurde, waren sich die Gründer des heutigen ABC einig, dass dies der künftige Ort des Ausstellungs- und Bildungscenter Tirols werden müsse. Die Vorzüge des Standortes und des Gebäudes sprechen für sich: Optimale Verkehrsanbindung durch die Nähe zur Autobahnauffahrt Innsbruck Ost, genügend vorhandene Parkplätze in der mit dem Haus verbundenen Tiefgarage sowie viel Platz auf der einstöckigen Fläche von 1.560 Quadratmeter im dritten Stock. Auf diesem Areal können bis zu 34 Schauräume den Kunden geboten werden. Sollte die vorhandene Fläche doch einmal zu klein sein, dann kann auf das angeschlossene Nebengebäude (Businesspark) gegriffen werden. Hier sind auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern Fixmieter beheimatet, weiters fixe Showrooms, die jederzeit angemietet werden können. Die Räume des ABCs sind mit beweglichen Wänden ausgestattet, damit war man, laut Franz Oberacher, Verkaufsleiter des ABCs, der Zeit weit voraus.
Geniale Idee und holpriger Weg. „Die Grundidee von einst, einen Platz und eigene Räumlichkeiten für reisende Kaufleute zu schaffen, mit der Absicht, das Zusammenspiel und die gemeinsame Arbeit von Handelsvertretern und Unternehmern zu vereinfachen, war einfach sensationell“, so Oberacher, der im selben Zuge Herrn Huber für den damaligen Eifer und Einsatz nur gratulieren konnte. Holpriger jedoch gestaltete sich die Umsetzung als damals erwartet. Das Resümee der Herren: Es fehlte das nötige Kleingeld, um eine solche Idee erfolgreich und nachhaltig zu realisieren. Eine gute Idee und viel Enthusiasmus sind zu wenig, um ein solches Center aufzubauen. Nach dem Konkurs im Jahr 2004 wurden die Räumlichkeiten von der RLB übernommen und von der WAT, GF Mag. Wolfgang Novak, angemietet.