Die Wärmepumpentechnologie hat Zukunft, sagt Ing. Peter Krimbacher, GF der Meco Erdwärme GmbH einem führenden Fachinstallationsbetrieb in Langkampfen im Tiroler Unterland. wia über die Einsatzmöglichkeiten, Potentiale und Grenzen der Erdwärme.
wia: Die Wärmepumpentechnologie wird zurzeit massiv gefördert. Die Technik wird mit den Argumenten energiesparend, effizient und umweltschonend beworben. Wie beurteilen Sie die heimische und europäische Energiepolitik, die unter anderem den Rahmen für die Förderprogramme darstellt?
Krimbacher: Energie ist für das Funktionieren der Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Der Klimawandel, die zunehmende Importabhängigkeit und extreme Preisausschläge auf den Energiemärkten stellen alle Regierungen vor dieselben Herausforderungen. Die Europäische Union hat in ihrem energiepolitischen Aktionsplan, der in weiterer Folge im Reformvertrag verankert wurde, klare verbindliche Ziele für die einzelnen Staaten definiert. Auch wenn der weltweite Klimaschutz in Kopenhagen keine großen Fortschritte aufweisen konnte, stellt der europäische Aktionsplan 2020 eine in die Zukunft weisende Initiative dar.
Österreich wurde beispielsweise zum Erreichen der Ziele mit der Einhaltung eines verpflichtenden Anteils von Alternativenergien am Gesamtenergieaufkommen von 34 Prozent bis zum Jahr 2020 beauftragt. In der Tiroler Energiestrategie 2020, die sich daraus ableitet, wurden deshalb auch klare Ziele und Vorgaben für die Wärmepumpe definiert. Die Wärmepumpe muss und wird einen maßgeblichen Beitrag leisten.
Welchen Vorteil bietet die Wärmepumpe konkret?
Die privaten Haushalte in Tirol wenden rund 72 Prozent ihres Gesamtenergieverbrauchs zu Heizzwecken auf. Mit einer modernen Wärmepumpenanlage ist es heute möglich, bis zu 80 Prozent dieses Energieaufwandes aus dem Boden zu gewinnen. Dies ist nicht nur lukrativ für die Geldtasche des Hausbesitzers sondern wird sich auch auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele positiv auswirken. Dazu müssen aber wesentlich mehr Anlagen auf einem hohen Qualitätsniveau installiert werden. Deshalb ist es erfreulich, dass sich genau diese Vorgaben in der Förderpolitik des Landes, die ein wichtiges Steuerelement der Regierung darstellt, wieder finden.
Wie sieht es mit dem Stromverbrauch beim Betrieb einer Wärmepumpe aus? Die Herstellung, der Transport und der Verbrauch belasten sowohl die Umwelt als auch das Portemonnaie jedes einzelnen. Mit welchen Stromkosten werden die Kunden belastet?Natürlich brauchen die Wärmepumpen auch Strom. Deshalb ist es auch enorm wichtig, dass die Effizienz der Wärmepumpen und Wärmepumpenanlagen gewährleistet ist. Ineffiziente Anlagen können tatsächlich einen negativen Einfluss auf die energiepolitische Zielerreichung und die Betriebskosten haben. Dies aber hat die Politik auch erkannt und die Förderung an Effizienzkriterien gekoppelt. Luftwärmepumpen, die einen hohen Stromaufwand haben und hier keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, wurden praktisch von der Förderung ausgenommen. Wir als Unternehmer verfolgen in unserem eigenen Interesse höchste Effizienzgrade zu ermöglichen.
Bleiben wir bei diesem Punkt. Kritiker bemängeln, dass bei Wärmepumpen extreme Unterschiede auftreten können.
Das ist nicht korrekt. Das hängt von der fachgerechten Installation ab. Wenn dies nicht beachtet wird ist es so, dass tatsächlich beim Einsatz von Wärmepumpen extreme Unterschiede bei der Effizienz auftreten können. Anlagen in ein und denselben Gebäude können dann Verbrauchsunterschiede vom zwei- bis dreifachen aufweisen. Die Ursachen liegen immer in der falschen Planung und Ausführung. Sei es beim Grundwasserbrunnen, Erdkollektor oder der Erdsonde. Wichtig ist, dass sich die Anlageninstallateure eingehend mit der Umgebung und der Technik beschäftigen. Sei es mit der Kältetechnik, die einen Kreislauf in der Wärmepumpe beschreibt, der Wärmepumpentechnik, die auf der Verwendung einer Sonde, eines Kollektors oder eines Brunnens passiert, der Heiztechnik, die von der Fußbodenheizung, der Wandheizung bis hin zur Warmwasserbereitung reicht oder der Elektrotechnik. Im täglichen Geschäft werden wir derzeit leider immer wieder mit Anlagen konfrontiert, die von Handwerkern installiert wurden, die in einem dieser Bereiche offensichtlich fachliche Defizite aufweisen.