Die Zukunft hat begonnen
15.10.2009 - Ausgabe 10/2009 - von
Mitten im August – also im Hochsommer – und somit von der Öffentlichkeit leider fast völlig unbemerkt, wurde einer der wohl bemerkenswertesten Medientermine der letzten Zeit angesetzt: Die Aktiv Klimahaus GmbH lud zum Spatenstich für eine Aktivhaus-Anlage, das sich energetisch selbst versorgende Haus. Der Spatenstich für eine „kleine“ Revolution.
Die Inszenierung von Freiluft­events ist schwierig, wie die ORF-Sommergespräche des heurigen Jahres bewiesen. Doch ein Sprichwort besagt, dass das Glück dem Tüchtigen hold ist. Und so kam es, dass Anfang August die Sonne auf ein rund 10.000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Seenstraße und Brandenberger Ache im Gemeindegebiet von Kramsach brannte, als ob der Herrgott persönlich Zeuge des Kommenden sein wollte. Zeuge des Spatenstichs für eine der ersten Aktivhaus-Wohnanlagen Europas, die zudem aufgrund des mit Lehm ausgeführten Innenputz die ökologisch hochwertigste ihrer Art sein wird. Zeuge des Spatenstichs für eine Anlage, die ihren geringen Strombedarf aus der Nutzung der Sonnenenergie deckt.
Auf dem brachliegenden Grundstück im Norden des Ortszentrums soll spätestens 2012 die Aktivhaus-Wohnanlage übergeben werden.

Selbstversorger. Der Grund für das Treffen war also kein geringerer, als dass in Kramsach eine Wohnanlage entstehen wird, die nicht nur extrem wenig Energie verbraucht sondern den eigenen
Energiebedarf mittels Photovoltaikanlage selbst abdeckt. Im besten Fall wird sogar überschüssige Energie in das Netz eingespeist – die eigenen vier Wände werden quasi zum Kraftwerk. Was das bedeutet, ist im Grunde nichts anderes als eine kleine Revolution. Waren Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts energetische Standards für Gebäude noch völlig unbekannt, so ist es nun – gerade einmal 30 Jahre später – möglich, ein Wohnobjekt so zu gestalten, dass es Energie in das Stromnetz einspeist. Ein Zustand, der Visionäre träumen lässt, sind doch rund 40 Prozent der klimaschädlichen Emissionen auf den Hausbrand bzw. den Energiebedarf bei Eigenheimen zurückzuführen. „Es wird nicht so sein, dass in Zukunft alle Gebäude als Passiv- bzw. Aktivhaus errichtet werden können. Mit der laufenden Optimierung der Technologien ist es uns aber möglich, die Qualität in Neubau und Sanierung zu erhöhen. Die Erfahrungen, die wir aus den neuen Technologien gewinnen werden, können wir auf anderen Gebieten wieder Gewinn bringend nützen“, so Martin Partoll, Geschäftsführer der Aktiv Klimahaus GmbH.

Keine Energiekosten. Die Wohnanlage in Kramsach wird letztlich ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro umfassen. „Das Projekt in Kramsach ist ein Pilotprojekt, das wie jeder neue Schritt Mehrkosten verursacht, weshalb eine Realisierung nur aufgrund des Angebots des günstigen Baugrundes seitens der Gemeinde Kramsach, Sondermitteln aus dem Landesbudget sowie Fördermitteln aus dem Klima- und Energiefonds möglich wurde“, so Partoll. In Zukunft, sagt der Geschäftsführer, soll es aber wie beim Passivhaus möglich sein, dass sich die Mehrkosten auf ein Plus von rund acht Prozent einpendeln. „Der Vorteil des Aktivhauses ist dann, dass wie beim Passivhaus 90 Prozent der Heizkosten eingespart werden können, der Bedarf aber aus der eigenen Photovoltaikanlage gewonnen wird“, so Partoll. Das Aktivhaus wird somit seinen Bewohnern 100 Prozent der Heizkosten und darüber hinaus noch die Stromkosten für die Wärmepumpe und den Haushalt sparen. Das Wohnen in der neuen Aktivhaus-Wohnanlage wird für die neuen Käufer somit auch finanziell entlastend sein. Eine vierköpfige Familie in einer 100 Quadratmeter-Wohnung wird letztlich pro Monat durchschnittlich 220 bis 270 Euro an Heizungs-, Warmwasseraufbereitungs- und Stromkosten sparen, die bis zur Amortisation der Investitionen als Rückzahlung genutzt werden.




Sind Sie für eine Regulierung des Finanzmarktes durch staatliche Einrichtungen?


 
 


ANZEIGE