Magna, Siemens und der Verbund haben 2009 die Austrian Mobile Power Management GmbH & Co KG (AMP) gegründet. Vor dem Hintergrund, die Ressourcen zu schonen und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, haben es sich die Unternehmen zur Aufgabe gemacht, die Elektromobilität zu forcieren.
Einer der größten Energieverbraucher und Verursacher von CO2-Emissionen ist weltweit der Verkehr. Mobilität bietet daher großes Potenzial für die Substitution von fossilen Kraftstoffen durch erneuerbare Energien sowie eine Senkung des CO2-Ausstoßes und des Energieverbrauchs durch eine höhere Effizienz des Gesamtsystems – ein Potenzial, dessen Ausschöpfung gezielt und gemeinsam verfolgt werden soll.
Einer groben Kosten-Kalkulation zufolge belaufen sich die Investitionskosten bei 100.000 Fahrzeugen auf fünf Milliarden Euro. Davon entfallen allein vier Milliarden auf die Fahrzeuge, 200 Millionen auf die Infrastruktur, 400 Millionen auf die Stromerzeugung und je 50 Millionen auf die Entwicklungskosten und die Betriebskosten der Infrastruktur.
Die AMP hat sich vorerst zum Ziel gesteckt, 50 Millionen Euro bis 2020 in die Entwicklung und laufende Weiterentwicklung der Elektro-Mobilität zu investieren.
„Die Mittel sollen dazu dienen, die Markteinführung von serienreifen Elektrofahrzeugen zu fördern, ausreichende Lade-Infrastruktur für Strom aus erneuerbaren Energien bereitzustellen sowie kundenorientierte Mobilitäts-Dienstleistungen zu entwickeln. Um diese Ziele zu verwirklichen, war es sinnvoll, unsere Kräfte zu bündeln“, so Verbund-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber.
Geringer Mehrbedarf. Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes „Szenario Elektromobilität 2020“ liegt das Potenzial für straßentaugliche Elektro-Pkw für 2020 bei circa 17 Prozent der Neuzulassungen und einem Gesamtbestand von circa 250.000 Fahrzeugen. Die Studie belegt außerdem, dass sich eine schnellere Entwicklung des Gesamtsystems Elektromobilität abzeichnet als bisher angenommen – eine Entwicklung, die auch Investitionen in Stromproduktion und Stromnetz nach sich zieht.
„Natürlich steigt durch die Forcierung der Elektro-Mobilität der Stromverbrauch. Allerdings ist es so, dass der Bedarf lange nicht so groß ist, wie ihn die Kritiker darstellen“, so Verbund-Chef Anzengruber. Derzeit verbraucht ganz Österreich im Jahr 70 TWh Strom. 250.000 Elektrofahrzeuge, das wären rund sechs Prozent aller in Österreich zugelassenen Pkw, würden einen Mehrverbrauch von rund 0,8 TWh an Strom bedeuten. „Der zusätzliche Bedarf von rund 0,8 TWh entspricht etwa einem Prozent des derzeitigen österreichischen Stromverbrauchs“, so Anzengruber.